Endlich gefunden….

2013 haben wir unseren alljährlichen Betriebsausflug nach Tübiungen gemacht. Und es war echt Klasse unter anderem haben wir das  Museum Boxenstopp  boxenstop-tuebingen.de/  besucht. Ein wirklich toller Tag, und heute habe ich mal wieder meine Schnappschüsse sortiert,da habe ich das Brautpaar wieder gefunden. Und auf dem Bild sieht man gleich beim wem sie einkaufen.

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Wir wissen wo es her kommt…

Da habe ich doch tatsächlich mal wieder eine Super Satire gefunden, also wir beantworten gerne alle Fragen in Bezug auf die Herkunft unseres Fleisches, dass von dem Bauern der es groß gezogen hat, zu uns gebracht wird. Und Natürlich im eigenen Schlachthaus in Nöttingen geschlachtet wird. Und von unserem Tierarzt http://dr-sieger.de/ untersucht wird, und nicht am Band ……Keine Angst sie bekommen bei uns kein Headset, bei ihrem nächsten Einkauf. Doch immer wieder ein Erlebnis wenn unser Chef über seinen Beruf berichten kann. Auch zu erleben beim nächsten Kochabend am 20.4 oder beim Fleischkäseabend am 27.4. Und natürlich täglich von 7-19.00 Uhr geöffnet.

„Maultaschen Gäste“

So seit zwei Jahren arbeiten wir an einer Idee, mit dem http://www.lc-ka-fidelitas.de/maultaschenkochkurs-des-lc-ettlingen-und-lc-karlsruhe-fidelitas/ einen Maultaschenabend zu veranstalten. Letzten Mittwoch war es nun soweit, die Gäste des Lions Club Ettlingen und Karlsruhe waren zu Besuch. Natürlich gab es leckere Häppchen zum Empfang, und einen ausgiebigen Betriebsrundgang vom hauseigenen Stall bis in die Küche um Maultaschen herzustellen, die dann auch noch gespeist wurden. Es war ein toller Abend mit super Gesprächen, und was wir dann gegen 23.00 Uhr noch gemacht haben, verschweigen wir an dieser Stelle, weil ich weiß wie Intensiv verschiedene Ämter meinen Blog lesen. War für mich ein sehr wertvoller Abend mit vielen tollen Begegnungen. Danke

Wir sind echt nicht ganz „sauber“

Auf unserer Klausur, im November haben wir uns Entschieden, in unseren Eventkalender zwei Putztage einzubauen. Der erste war heute, so ein Team kann man sich als Chef nur wünschen, ich bin verdammt Stolz euer Chef zu sein. Ich denke es gibt wenige Teams die auch noch am siebten Tag zum putzen kommen. Ich fand es ein sehr sauberen Tag von euch und mit euch.

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Es war uns eine Ehre

Am 22.12 bekamen wir den Auftrag, für unsere Asylsuchenden Gäste in Remchingen Darmsbach zu kochen. Da es sich um einen zeitlich, begrenzten Auftrag handelte, haben wir ihn angenommen. Es war für uns eine große Herausforderung während unserem Weihnachtsgeschäft diesen Auftrag zu bewältigen. Ich möchte hier ein paar Bilder zeigen was wir in dieser Zeit so alles gekocht haben. Am Anfang handelte es sich um täglich 100x Frühstück, Mittag-, und Abendessen. Es steigerte sich im Laufe des Auftrags auf knapp 300x Frühstück, Mittag- und Abendessen. Ich möchte mich an dieser Stelle als erstes für das Verständnis meiner Familie bedanken und verspreche ihnen: Wir holen die Bescherung nach! Dann bei meinem Team für ihren tollen und unermüdlichen Einsatz! DANKE! Und dann bedanke ich mich natürlich auch beim Netzwerk Asyl, die täglich – egal- ob Sonn- oder Feiertag das Essen ausgegeben haben. Nicht zu vergessen sind selbstverständlich unsere Lieferanten, besonders: http://www.baeckerei-rebmann.de/ -herzlichen Dank! Bitmap in aSYL

 

 

Es ist zwar viel zum Lesen, es trifft den Nagel auf den Kopf.

Mal wieder der Bauernverband, der aktiv wird. Ich darf hier nicht schreiben, dass meine Erwartungen an den Fleischerverband die gleichen sind. Ich denke die Bauern haben einfach jemand der es in die Hand nimmt….gerne würde ich morgen auf dem Marktplatz in Pforzheim bei der Verbraucheraufklärung dabei sein. Doch wurde ich als Obermeister der Fleischerinnung leider nicht eingeladen, und nun ist mir der Termin zu Kurzfristig, echt schade. Ich kläre die Verbraucher aber gerne in meinem Laden auf, den wir sind noch eine der wenigen Fleischereien die im Enzkreis selbst schlachten, und somit den Bauern den Preis bezahlen können den sie brauchen. Und wir freuen uns auf jeden Kunden der bei uns einkauft und dies unterstützt

Presseinformation:

Die Rechnung ohne den Metzger gemacht

Kreisbauernverbände klären Verbraucher am 12. Januar 2016 über die desaströse Situation der Landwirte auf; die Handwerksmetzgereien in Baden-Württemberg unterstützen die Aktion, wenn auch mit Einschränkungen

Stuttgart, 11. Januar 2016

Mit ihrer Aktion: „Wir machen Ihre Wurst. Aber bitte nicht zu diesem Preis!“ gehen die Kreisbauernverbände in Baden-Württemberg am zwölften Januar landesweit daran, Verbraucher über die desaströse Einkommenssituation der immer weniger werdenden bäuerlichen Betriebe aufmerksam zu machen. Die Zahl der Schweinehalter in BadenWürttemberg ist in den vergangenen vier Jahren um 600 auf nur noch 2.700 Betriebe zurückgegangen, deren Existenz als akut bedroht bezeichnet werden darf. Gerade mal 1,25 Euro erhält ein Bauer durchschnittlich pro Kilo Schweinefleisch, ein Betrag der kaum die Zucht-, Haltungs-, Fütterungskosten der Tiere bis Schlachtung deckt und immer mehr Familienbetriebe ins Aus treibt. Mit ihrem Aktionstag wollen die Kreisbauernverbände darüber aufklären und verkaufen symbolisch eine 100-Gramm Wurst für 12 Cent, was umgerechnet dem Erzeugerpreis entspricht.

Nur wurde diese Rechnung ohne den Metzger gemacht. Der Symbolbetrag von 12 Cent pro 100 Gramm Wurst entspricht zwar dem Preis, den der Schweinehalter pro 100 Gramm Fleisch bekommt, nicht mit einkalkuliert wurden dabei jedoch die Herstellungskosten einer Wurst. Die trägt der Produzierende, im Fall der regionalen Schweinehalter ist das in der Regel der Handwerksmetzger. Wenn der Metzger die 100-Gramm-Wurst für 80 Cent verkauft und man die bäuerliche Rechnung mit 12 Cent dagegensetzt, möchte man meinen, der Metzger mache einen Gewinn, womöglich zu Lasten der schlecht bezahlten Landwirte, von über 60 Cent pro 100 Gramm verkaufter Wurst.

 

Seite 2 der Presseinformation „Die Rechnung ohne den Metzger gemacht“

Doch weit gefehlt: Die meisten Handwerksmetzgereien unseres Landes, es sind aktuell gerade mal 1.700 Betriebe im Vergleich zu 2.500 Betrieben noch vor 10 Jahren, können derzeit kaum mehr kostendeckend arbeiten, nicht zuletzt, weil bei vielen Verbrauchern nur der Billigpreis zählt und der Einkauf von industriellen Produkten zum vermeintlichen Schnäppchenpreis in Mode ist.

Daher beurteilt der Landesinnungsverband für das Fleischerhandwerk in Baden-Württemberg die Aktion der Kreisbauernverbände zwar grundsätzlich als guten Gedanken zur Verbraucheraufklärung, bedauert aber, dass die Symbolrechnung ohne die Metzger gemacht wurde und damit bei den Verbrauchern ein falscher Eindruck entstehen kann. Die Abnehmer der Bauern in Baden-Württemberg sind traditionsgemäß Metzgereien, ebenfalls Familienbetriebe, die aus dem Fleisch, das sie inklusive Knochen und Schlachtnebenprodukten kaufen, ihre Wurst- und Schinkenspezialitäten herstellen. Und diese Herstellung kostet mehr als hinlänglich bekannt, denn kleine Handwerksbetriebe sitzen in der Stückkostenfalle. Wo kleine Mengen frisch hergestellt werden, fallen Lohnkosten, Aufwand für bürokratische Dokumentationsvorschriften, Entsorgungs- und Verwaltungskosten gravierend höher aus, als dort, wo in Massen, Tonnen und Chargen am automatisierten Band mit schlecht entlohnten Anlernkräften industriell produziert wird.

Im Fleischerhandwerk sind ausgebildete Fachkräfte, vom Metzgermeister bis zur Fleischereifachverkäuferin, am Werk, die nicht mit dem gesetzlichen Mindestlohn abgespeist werden, sondern ausbildungs- und qualifikationsgerecht entlohnt werden. Auch beim Zukauf von Rohstoffen, wie Gewürzen, Wurstsaitlingen, Zutaten und sonstigem Herstellungsbedarf schneidet der Handwerksmetzger deutlich schlechter ab als die Fleischwarenindustrie. Wer auf internationalen Märkten tonnenweise ordern kann, bekommt natürlich deutlich niedrigere Preise, als Kleinbetriebe, die ihre Rohstoffe bei regionalen Erzeugern in kleinen Mengen einkaufen. Auch beim Einkauf des Schweinefleisches spart die Industrie. Sie kauft national und international bei Massentierhaltern, selten bei Bauern der Region, und kann aufgrund der immensen Abnahmemengen die Preise drücken. Und während der Handwerksmetzger die Schlachtnebenprodukte teuer entsorgen lassen muss, kann die Industrie zum Beispiel Schweinefüße aufgrund des hohen Aufkommens für Bestpreise nach China verkaufen.

 

Seite 3 der Presseinformation „Die Rechnung ohne den Metzger gemacht“

Dass es „im Dutzend billiger“ ist, zeigt sich auch bei Energiepreisen, Fleischbeschau- gebühren und Verwaltungskosten. Wo Masse gemacht wird, sinken die Preise, auch die der Ämter, die die Fleischbeschaugebühren festlegen. Wo Klasse gemacht wird, hat der Handwerksmetzger ebenso das Nachsehen wie der Landwirt. Die Globalisierung der Märkte führt zum Sterben der Kleinbetriebe und die viel herbeigewünschte „Regionalität“ wird zunehmend zur Worthülse.

Kleine Betriebe, ob Landwirt oder Metzger, ob Tante Emma-Laden oder ländlicher Nahversorger, befinden sich im Rückgang und wo sie schließen müssen, werden keine neuen Regionalstrukturen mehr entstehen. Das sollte der Verbraucher wissen und sich beim Einkauf überlegen, wen er künftig in seiner Nachbarschaft haben möchte: Den Bauern, Metzger, Bäcker seines Ortes oder den Globalplayer auf der grünen Wiese.

Kurt Matthes, selbstständiger Metzgermeister in Stuttgart-Plieningen und Landesinnungs- meister des Fleischerhandwerks in Baden-Württemberg, sprach mit einem der Landwirte, die seiner Metzgerei seit Jahrzehnten ihre Tiere liefern, anlässlich des Aktionstages der Kreisbauernverbände und erhielt folgende Antwort: „Wir sind froh, dass wir mit unseren Metzgereien in der Region treue Partner haben, die unsere Tiere abnehmen und 15 bis 20 Prozent mehr bezahlen als die großen Schlachthöfe. Wenn es nach denen ginge, wären wir kleine Bauern schon lange weg vom Markt.“

Landesinnungsverband für das Fleischerhandwerk in Baden-Württemberg

 

Die Holländer die können es….

Seit längerer Zeit wird in Remchingen an der Gasleitung Nordschwarzwald gearbeitet. Bei uns in Nöttingen haben wir nun viele Kunden aus Holland da die Firma Romain die Gasleitungen verlegt. Also haben auch wir jeden Tag freundliche Kunden aus Holland die ein leckeres Dürr & Beier Vesper brauchen. Was uns immer wieder begeistert und worüber ich hier bloggen möchte sieht man auf den Bildern. Einfach nur herrlich, wie gut erzogenen Männer es gibt, wir freuen uns…..herzlichen Dank

Sehr viel Text, trotzdem des lesens Wert, einfach nur genial

Gesellschaft

30. Oktober 2015, 19:07 Kritik an WHO-Einstufung

Arme Würstchen

Nach Zigaretten und Alkohol kommt nun auch das Fleisch auf den Index, die

Weltgesundheitsorganisation warnt vor dem Verzehr. Wie krank ist das denn? Wir

sollten lieber anfangen, gut zu essen.

Von Vincent Klink

Der Besucher aus England empfand mein Abendvesper als gar nicht amusing. Er

bemerkte zu meinem „Schwarzen Wurstsalat“, dieser Ikone des schwäbischen

Feierabends: „The worst wörst is bloodwörst!“ Der englische Gentleman ruderte aber

sofort zurück, als er mein Stirnrunzeln bemerkte, und es entspann sich eine

Diskussion über Würste im Allgemeinen, die darin mündete, dass mich sein Vorurteil

überhaupt nicht wunderte. Um es gleich vorwegzunehmen: Die

Weltgesundheitsorganisation WHO hat völlig recht, wenn sie Würste mit der

Gefährlichkeit von Zigaretten und Asbest gleichstellt. Würste gehören weltweit

verboten – aber kein schlagwetternder Erlass ohne Ausnahme.

Es handelt sich bei der deutschen Wurst, sofern nicht industriell gefertigt, sondern

von einem Metzger des Vertrauens hergestellt, nicht nur um ein Lebensmittel, das

satt macht. Die Wurst ist auch ein Stück Heimat und Gemüt, sie steht für ein

kitschfreies Lebensgefühl. Man denke nur an die Weißwürste in Bayern oder an die

Currywurst, ohne die Berlin womöglich eine andere Stadt wäre.

„Der liebe Gott weiß alles, aber nicht, was in der Wurst ist“: Das gilt schon

lange nicht mehr

Bekömmlich sind beide Speisen nicht, wenn der sehr deutsche Umstand

hinzukommt, dass der Teutone erst satt ist, wenn es ihm schlecht wird. Auf die Dosis

kommt es an. Bestellt man in einem bayerischen Brauhaus ein Haferl Weißwürste,

finden sich oft auch ein paar auszuzutzelnde Blunzen darin. Man stelle sich vor, dass

bei der Bestellung eines grünen Salats drei ausgewachsene Salatköpfe serviert

werden. Mit dieser Portion würde man sich womöglich mit einer Chlorophyll-

Vergiftung abservieren. Kurzum, auf die Menge kommt es an, und dann wäre da

noch das Problem mit der Qualität.

Wer seine Wursterzeugnisse dort kauft, wo man den Metzger noch zu sehen

bekommt, ist ziemlich auf der sicheren Seite. Anonyme Industriewurst-Erzeugnisse

sind jedoch weitaus in der Überzahl. Würde eine wirklich neutrale Institution unter

dem deutschen Wursthimmel zu Gericht sitzen, müssten von 100 verarbeiteten

Fleischprodukten, Würzmarinaden und sonstigen Derivaten 80 davon mit einem

Totenkopfaufkleber versehen werden.

Einen solchen Aufkleber gibt es nur bei den ebenso gefährlichen Zigaretten. Dem

stehen jedoch mehr als fünfzig meist scheinheilige Lebensmittel-Gütesiegel

gegenüber. Ungefähr fünf davon sind achtenswert, und wenn diese wirklich als

Gesetz Anwendung fänden, wäre Schluss mit der Quäl-Massentierhaltung, und die

Metzger und Wurstmacher mit Berufsethos könnten ihre Erzeugnisse ins

Weltkulturerbe einreihen. Kein Politiker rührt aber dafür einen Finger, denn

Fleischprodukte würden sich im Preis mindestens verdreifachen.

Schon klar: Die Politik muss dafür sorgen, dass es preiswerte Grundnahrungsmittel

wie Reis, Kartoffeln oder Brot gibt. Würste empfinde ich jedoch nicht als

Grundnahrungsmittel, sondern eigentlich ein bisschen höher angesiedelt. Bei

besserer Qualität und dementsprechenden Preisen könnten die Landwirte ihre Tiere

würdiger großziehen, und die ehrlichen Metzger, die es im Lande noch gibt, müssten

sich nicht um den Nachwuchs sorgen. Gute Würste sind aber ein seltenes Gut – auch

deshalb schlägt die WHO Alarm.

„Der liebe Gott weiß alles, aber nicht, was in der Wurst ist.“ Ein allseits bekannter

Satz, der längst nicht mehr gilt, denn heute lässt sich alles exakt analysieren. Früher

geriet auch mal aus Versehen ein Putzlumpen in den Fleischwolf oder ein

Fingernagel in die Wurstdose, das passiert heute nur noch selten. Mittlerweile geht

es weniger rustikal zu, dafür umso gemeiner.

Erlaubt ist vieles: Die E-Liste der Lebensmittel-Zusatzstoffe endet bei Nummer 1520.

Innerhalb dieses Grusel-Monopoly bietet sich unendlich viel Spielraum für

fleischliche Massenproduktion. Die deutschen Verbraucher sind übrigens längst noch

nicht so zungentaub wie die hartgesottenen Esser in angloamerikanischen Ländern.

Deutsche Wurst, selbst die glutamatgeschönte Industriewurst der Billigmärkte, ist

zwar – so die WHO – eindeutig so gefährlich wie Asbest und Zigaretten, aber noch

nicht in dem Maße todbringend wie vermanschtes Fleisch, das in puritanischen

Staaten dem Volk als Buße auferlegt wird. Fast überall ist Nitritpökelsalz drin.

Man bedenke: Es handelt sich um das starke Gift Natriumnitrit (tödliche Dosis etwa

vier Gramm). Es wird mit Kochsalz einigermaßen verträglich vermengt. Wenn jedoch

eine Chemikalie so giftig ist, kann auch der verdünnte Aggregatszustand letztlich

nicht gesund sein. Myriaden von amerikanischen oder englischen

Frühstückswürstchen (zusätzlich noch mit rosa Farbstoff), haben sich an fröhlichen

Konsumenten vergangen. Mit Erstaunen stellt man fest, dass diese Länder durch

Darmkrebs noch nicht menschenentleert sind. Bei all dem Bacon von Quälschweinen,

der in englischen und amerikanischen Bäuchen zirkuliert, müsste es eigentlich

regelmäßig zu flatulenzbedingten Explosionen am Frühstückstisch kommen. Es

spricht für die Anpassungsfähigkeit des Homo sapiens, dass diese Massenblähung

ausbleibt. Vielleicht liegt es daran, dass nach Pökelfleisch, Speck, Schinken und

Corned Beef immer wieder auch ein Chicken vertilgt wird. Darin ist oft alles

enthalten, was man sich normalerweise gegen Influenza in der Apotheke kauft.

Seltsamerweise wird vor Hähnchen- und dem grausligen Putenfleisch nicht gewarnt.

Die Quälerei in diesem Segment, der Steh-Blues des Massen-Geflügels, das im Kot

vegetiert, die dadurch nötige Medikamentierung – vielleicht verursacht das alles

keinen Darmkrebs, dafür aber bestimmt eine andere Pestilenz.

Die WHO und die internationale Krebsforschungsagentur IARC sind durchaus seriöse

Institutionen, in denen englisch gesprochen und gefrühstückt wird. Sollen sie sich

doch erst mal um die englischsprachigen Länder kümmern! Die diffuse Warnung vor

rotem Fleisch kann man wahrscheinlich gleich vergessen, denn gerade England und

die USA sind sortenreine Rindfleischkulturen, während wir Wurstologen hierzulande

eher der Sau zugeneigt sind. Das deutsche Kulturgut Wurst lässt sich von Ausländern

gar nicht erfassen; selbst wir deutschen Aborigines haben nur selten die Künste

eines wirklich guten Metzgers kennengelernt.

Gut 38 Kilo Schweinefleisch und neun Kilo Rindfleisch isst der Deutsche im

Jahr. Viel zu viel

Diese ganzen Ermahnungen der internationalen Gesundheitspolizei, dieser ständig

erhobene Zeigefinger, dieser ewige Konjunktiv, in dem vor Gefahren gewarnt wird:

Es nervt! Schließlich wird nicht die Ursache der Misere bekämpft, sondern die

Menschheit stattdessen in ein vegetarisches Industrieangebot getrieben, das die

radikalen Anhänger dieser Ernährungsvariante irgendwann mal auch zu Sondermüll

werden lässt. Wollen wir hoffen, dass die Veggi-Nahrungsindustrie nicht die

Gutachten für den momentanen Wurstzirkus bezahlt hat.

Ich brauche jetzt einen Schnaps, der in Deutschland dem einzigartig strengen

Brennrecht unterliegt und frei von Zusatzstoffen ist. Ja, einen Obstler braucht es

schon, wenn man sich das Vielerlei an Ersatzwurst, Kunst-Tofu-Würsten und

Sojaburger vor Augen führt. Die Veggis sind, was die Zusatzchemikalien angeht, bald

schlimmer dran als die Wurstsünder. Die Veggi-Nahrungsmittel-Chemie-Industrie

greift für die Genießbarkeit der Nahrungs-Konstruktionen erschreckend tief in die

Büchse der Pandora. An sich ist der Vegetarismus begrüßenswert, doch damit ist es

nicht getan. Klar ist: Der Fleischkonsum in Deutschland muss mindestens halbiert

werden. Gut 38 Kilo Schweinefleisch und fast neun Kilo Rindfleisch wurstet jeder

Deutsche im Jahresdurchschnitt in sich hinein. Viel zu viel.

Es gibt Stimmen, die sagen, man müsse Fleischprodukte verteuern, indem man die

Mehrwertsteuer dafür hinaufsetzt. Die Folge wäre, dass die Fleischindustrie noch

trickreicher produzieren würde und der ehrlich-handwerkliche Metzger sich selbst

den Schuss geben müsste und sich allenfalls noch als Menetekel, gut gekühlt, ins

Schaufenster legen könnte. Das will keiner, deshalb sollte Fleisch, und alles was man

daraus macht, viel teurer werden, um dadurch bessere Qualität zu ermöglichen. Der

Mehrwert muss aber nach unten zu den aufrechten Landwirten und ehrlichen

Metzgern durchgereicht werden.

Wenn es so weitergeht wie bisher, haben artgerechte Tierhaltung und

handwerkliches Metzgern wenig Zukunft – und die Verbraucher letztlich auch nicht.

Als ersten Schritt zu gesünderen Würsten und gegen den Herztod könnte man den

Salzgehalt bei Wurst und Gepökeltem gesetzlich verringern, denn je schlechter das

Fleisch, desto mehr muss Salz die Mängel überdecken. Fast immer sind deutsche

Würste zu salzig.

Wir sollten darauf achten, uns selbst und andere nicht unnötig zu quälen

Ein weiterer Grund für diese Überwürzung ist, dass viel Salz gleichsam viel Wasser

bindet und wir alle ja den Satz kennen, dass das Metzgerhandwerk nahezu

jesusmäßig in der Lage ist, das Wasser zum Stehen zu bringen. Glutamat gehört

übrigens auch gleich verboten, nicht nur, weil es potenziell gesundheitsgefährdend

ist, sondern auch, weil es minderwertige Lebensmittel aufhübscht und eine

Geschmacksdifferenzierung kaum mehr zulässt. Dem Verbraucher kann so jeder Mist

angedreht werden.

In fast allen Würsten ist dieses Zeugs drin, und dass man nach dem lustvollen

Verzehr eines „Lkw“, des Kulturguts Leberkäswecken, einen infernalischen Drang

nach einem Hefeweizen verspürt, liegt an dem „Nachbrenner“, an ätzenden

Zusatzstoffen wie Phosphat, Nitritpökelsalz oder Glutamat. Es gibt in Deutschland

unzählige Wurstsorten, die meisten wären mit Blödsinnswurst ganz gut benannt.

Relevant sind vielleicht zwanzig Klassiker, Salami, Schinkenwurst, Blutwurst, Lyoner,

Thüringer, Nürnberger und einige mehr. Wurstmachen ist einfach, wenn das

Ausgangsprodukt gut ist; wenn nicht, dann wird es schwierig und die Chemie

muss nachhelfen.

Ich mache meine Batzenwurst immer so: Man nehme schlachtfrisches,

fettdurchwachsenes Schweinefleisch, das nicht mit dem Todesgeruch der

Massenställe behaftet ist. Beherzt wird es durch den Wolf gedreht, etwas Salz und

Pfeffer kommt dran. Muskatblüte, Majoran oder nach Belieben gemörserter Fenchel.

Ein Schuss Milch, und dann wird fünf Minuten feste geknetet. So entsteht aus

gewürztem Hackfleisch, nach kurzer Zeit, eine Konsistenz von einer Bindung, die

man Brät nennt. Und ab geht es in den Darm. Freilich, es ist für die Sau absolut kein

heldenhafter Abgang, in die eigenen Därme gefüllt zu werden. Hatte das Tier jedoch

zuvor ein glückliches Leben, ist das für Tierschützer zwar immer noch kein

Argument, aber für den Rest der Menschheit ein Trost.

Wir wissen: Das Leben ist endlich, wir selbst sind Teil des natürlichen

Verfallsprozesses. Gerade deshalb sollten wir darauf achten, uns selbst und andere

nicht unnötig zu quälen. Genuss bedeutet auch, Barmherzigkeit zu üben und Maß zu

halten. Wer dazu bereit ist, schätzt seine Mitmenschen genauso wie die Tiere.

Deshalb sollten wir bereit sein, einen höheren Preis zu zahlen – viel mehr jedenfalls,

als für das Sonderangebot beim Discounter fällig wird.

Wenn man gute Wurst mit Lust und Freude verzehrt und nicht stumpfsinnig in sich

hineinmampft, fällt das Maßhalten auch leichter. Damit wäre vielleicht sogar die

Weltgesundheitsbehörde zufrieden.

Vincent Klink, 66, wuchs als Sohn eines Tierarztes in Schwäbisch Gmünd auf. Nach

seiner Meisterprüfung zum Metzger eröffnete er dort sein erstes Lokal, das „Postillon“,

das 1978 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Seit 1991 betreibt er in

Stuttgart-Degerloch die „Wielandshöhe“. Klink hat etliche Bücher veröffentlicht, sein

neuestes heißt „Ein Bauch spaziert durch Paris“ (Rowohlt).

URL: http://www.sueddeutsche.de/leben/kritik-an-who-einstufung-arme-wuerstchen-1.2712549

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Quelle: SZ vom 31.10.2015

Achtung Kontrolle die zweite

 

Ich habe ja in meinem Blog Achtung Kontrolle, über das Eichamt berichtet. Nun ist doch tatsächlich heute Morgen schon wieder das Eichamt bei uns gewesen. Ein sehr netter Herr hat ein Testeinkauf gemacht ob wir unseren Fleischkäse richtig Tarieren!! Unsere Kollegin hat alles richtig gemacht und die Verpackung nicht mitgewogen. Leider ist es der Herr aber gekommen weil ein Kunde von uns sich beim Eichamt beschwert hat, wir würden das mit dem Tara nicht ernst nehmen. Meine Enttäuschung ist natürlich sehr groß über so ein Vorgehen, weil wir mit all unserer Energie versuchen unsere Kunden ehrlich zu bedienen. Ich finde es schade, dass wir nicht direkt angesprochen wurden. Ich persönlich kann mit so einer Unehrlichkeit schwer umgehen .Ich werde jetzt mit irgendjemand eine Runde Mensch ärgere dich nicht spielen, und genauso ehrlich weiter machen wie bisher, und ich und das Team werden immer wieder Fehler machen und das ist gut so, was wäre ein Leben ohne Fehler? Ich möchte mich bei allen Kundinnen und Kunden bedanken die uns immer wieder ehrlich und direkt ansprechen, weil wenn solch eine Vorgehensweise Tagesordnung wäre, würde mich das sehr nach unten ziehen.

Ein paar Impressionen von unserem Ausflug…